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Kinderbett fürs Fahrerhaus im VW T4

nachdem mir 2017 ein VW T4 mit dem ich schon seit viielen Jahren liebäugelte angeboten wurde, musste ich zuschlagen. Nun habe ich zu meinem sehr, sehr tiefen T3 noch einen T4 syncro Multivan.

Leider ist die Schlafbank des T4 nur für zwei Personen ausgelegt, so war Urlaub zu zweit mit Kind leider unmöglich.
Auf Kurztrips (Geburtstag etc.) kann der Sprössling auf dem Boden vor der Schlafbank untergebracht werden. Fährt man ernsthaft in den Urlaub muss natürlich eine mobile Küche mit in den Bus.

Somit musste eine Schlafgelegenheit her.

Recherche

Der Markt

Auf dem Markt gibt es bereits verschiedene Lösungen. Unter Anderem der Anbieter LilaBusShop.de.
Leider muss für die günstigste Variante am Bus geschraubt werden. Die teurere universal Variante war für meinen Geschmack und zu teuer, da das Kinderbett im Fahrerhaus nur eine Notlösung sein sollte. (Dachzelt folgt)

Es gibt von verschiedenen Anbietern noch eine dritte Variante. Diese ist aber (obwohl angeboten) für T4 nicht tauglich, da der Schaltknauf noch nicht im Armaturenbrett verbaut ist. Ausserdem geht damit der Stauraum im Fahrerhaus auf den Sitzen verloren.

Andere Anbieter haben ähnliche Produkte zu ähnlichen Preisen. Daher war für mich die Überlegung, ein Bett selbst zu bauen.

Eigenbau

Im thesamba.com Forum gibt es einige Beiträge zum Thema. Die Amis und speziell die T3-Fahrer, scheinen beim Eigenbau mehr motiviert als wir Deutschen :-).
Hier nur ein Paar Beispiele:
Thread1
Thread2
Ich habe mich schlussendlich für eine Art des Entwurfs von thewump im The-Samba-Forum. Leider funktioniert der Link, der in dem Post angegeben ist, nicht mehr. Google war da aber hilfreich.

Meine Vorlage war also:

Idee zum Bau eines Kinderbettes

Vorüberlegungen

Für diesen Aufbau habe ich mich entschlossen, weil:

  • Leicht da PVC-Rohr
  • Kann steckbar ausgeführt werden
  • Keine Bohrlöcher am Auto
  • Günstiger bzw. kurzfristiger umsetzbar als mit Metallstangen

Was mich daran gestört hat, waren die Spanngurte, die durch die Tür nach innen führen. Durch die Kapilarwirkung in den Gurten würde bei Regen Wasser in den Innenraum geleitet werden. Das galt es für mich unbedingt zu vermeiden.
Dafür hat der T4 den Vorteil, dass die Haltewinkel der Sonnenblenden sehr massiv ausgeführt sind. Daher kann ich das Bett an den Sitzen und den Sonnenblenden aufhängen.

Was mir an dem Entwurf noch nicht so gefiel ist die Stabilität. Man sieht auf dem Bild schon, wie die Stangen bei Belastung nach Innen gezogen werden. Das wird beim Einsteigen von hinten zwischen den Sitzen sicher verstärkt. Daher musste für den Randalen eine stabilere Lösung her. Der Entwurf aus dem Forum ist fix verklebt… das bedeutet, es ist während der Fahrt etc. sehr sperrig. Das galt es ebenso zu vermeiden.

Material

Die Materialliste für dieses Projekt ist recht kurz. Etwas Rohr, etwas Stoff und Montagematerial:

Als Werkzeug wird im Grunde nur eine Nähmaschine für den Stoff und eine Säge für die Rohre benötigt.

Der Aufbau

Nachdem diese Überlegungen getroffen waren machte ich mich an die Umsetzung. Da ich mich für einen Aufbau ohne innenliegende Spanngurte entschieden habe verwende ich 90°-Bögen für die Ecken. Auf Grund der Probleme mit der Stabilität im mittleren Bereich entschloss ich mich für einen Querträger in der Mitte des Bettes. Dort wollte ich das bett eh steckbar machen um die Größe beim Transport zu verringern. Die Mittel-Traverse baute ich um 45° nach unten abgewinkelt, so dass der Schützling nicht mit dem Becken aufsteht.

Somit ergaben sich folgende Rohrlängen:
4x 800mm, 2x 400mm und 2x 150mm.

Zur Erhöhung der Stabilität habe ich die Rohre an den Stellen, die es Zulassen mit PVC-Kleber verklebt.
Es bleibt zu beachten, dass die beiden stirnseitigen Rohre erst verklebt werden sollten, wenn sie durch den Stoff gefädelt sind. Da die 90°-Bögen zu groß sind für die Schlaufen.

Die verklebten Komponenten

Der Stoff

Das Schnittmuster

ich hatte aus anderen Projekten noch hochfesten Zeltstoff vorrätig. Diesen verwendete ich. Falls man einen Stoff kaufen muss würde ich abwägen. Zeltstoff, durch den kein Regen kommt, lässt auch kein Schweiß diffundieren. Andererseits – je nach Alter des Kindes – bleibt ein nächtlicher Unfall auch quasi dort wo er entstand und tropft nicht etwa auf die Sitze. Eine Weiche Auflage würde ich in jedem Fall verwenden. Von unten wird es einem nachts recht schnell kalt.

Das gesamte Stück Stoff hat eine Länge von 195cm und eine Breite von 100cm. Somit köme man mit etwa zwei Laufmetern Stoff auch hin aber lieber etwas in Reserve haben oder aus dem dritten Meter einen Sack nähen.

An den Gestrichelten Linien (5cm von Außen) wird der Stoff einmal umgefalzt, damit er später nicht ausfranzt. An den runden Aussparungen werden später die Verbindungsmuffen sein. Die Kreiseausschnitte klappen am Besten, wenn man den Stoff einmal an der Mittellinie umlegt und dann den Halbkreis in beiden Lagen ausschneidet.
Der Stoff wird dann eingeschlagen, so das sich an allen Seiten Schlaufen bilden und in etwa auf der inneren Linie vernäht. Das hängt davon ab welche Art Stoff man hat, bzw wie sehr er sich später noch dehnt.

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