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Bau eines Carports im Blockhausstil

Da der Winter näher rückte und ich nicht noch einmal eine Saison lang das Auto und den Hof vom Schnee befreien wollte, habe ich mich entschlossen, ein Carport zu bauen.

Nachdem ich mich über Preise zu Carports informiert und auch ein, zwei Zimmereien angefragt hatte, waren mir klar, ich baue selbst. Allein schon im Hinblick, dass das Carport in den Folgenden Jahren einer Auffahrt auf das Grundstück weichen soll.

Somit war klar, dass das Konstrukt recht günstig umgesetzt werden musste.
Da kam mir wieder in den Sinn, dass ich schon einmal etwas aus Toten Bäumen aus unserem Wald gebaut hatte. Also schaute ich nach und wurde fündig: Es standen genügend abgestorbene, aber noch nicht morsche, Bäume herum um mein Vorhaben umzusetzen.

Somit beschloss ich kurzerhand das Carport daraus zu bauen. Dabei wurde mir schon klar, dass es nicht so einfach werden wird, als mit Konstruktionsholz aus der Sägerei.

Die Genehmigung

Um Gebäude zu errichten bestehen strenge Richtlinien. Darüber sollte man sich informieren bevor man mit der Arbeit beginnt. Zuerst sollte man die Landesbauordnung seines Bundesland anschauen, da die Ordnung für genehmigungsfreie Bauten Ländersache ist. Wenn man Glück hat, ist das Errichten eines Carports – natürlich nicht explizit aber in allgemeiner Form – erlaubt.

Ich hatte das Glück, dass hier in Baden Württemberg in der Landesbauordnung ( § 50 Abs. 1) steht:

Verfahrensfreie Vorhaben

1. Gebäude und Gebäudeteile

a) Gebäude ohne Aufenthaltsräume, Toiletten oder Feuerstätten,
   wenn die Gebäude weder Verkaufs- noch Ausstellungszwecken dienen,
   im Innenbereich bis 40 m³, im Außenbereich bis 20 m³ Brutto-Rauminhalt,

b) Garagen einschließlich überdachter Stellplätze mit einer mittleren Wandhöhe bis
   zu 3 m und einer Grundfläche bis zu 30 m², außer im Außenbereich,

Nach kurzer Recherche nach „Baurecht“ und „Außenbereich“ erfuhr ich, dass „alle Grundstücke, die nicht im Geltungsbereich eines qualifizierten Bebauungsplans liegen“ im Außenbereich sind. (https://de.wikipedia.org/wiki/Au%C3%9Fenbereich)

Das bedeutet für mich, dass ich mein Vorhaben genehmigungsfrei im „Innenbereich“ umsetzen kann. Für andere Länder gelten andere Gesetze also sollte man dann in der jeweiligen Landesverordnung nachsehen. Es kann auch sein, dass die Gemeinde selbst noch einmal verschiedene Erlasse herausgegeben hat. Das kann man meist auf deren Homepage oder auf Anfrage erfahren.

Planung

Eine Planungsphase gab es in dem Sinne nicht. Ich habe den Abstellplatz vermessen und anschließend Gedanken zur Konstruktion gemacht.

  • Es sollte eben aus naturbelassenen Balken aus dem eigenen Wald sein.
  • Mindesthöhe sollte 2,2m sein um bedingt einen VW-Bus darunter aufbocken zu können.
  • Dachoberfläche sollte aus Trapezblech gestaltet sein
  • Seiten geschlossen.
  • Aussenbeleuchtung in Treppenlicht einbinden. Innen evtl. extra Beleuchtung.

Ich konnte mit der Mindesthöhe nicht viel höher gehen, da auf der Garagenseite nicht all zu viel Aufbau gemacht werden kann. Ansonsten würde die Konstruktion instabil oder sehr viel aufwendiger.

Ich entschied mich für Trapezblech, weil ich damit die angestrebte Dachneigung von 3° einhalten kann ohne dass Wasser eindringt. Hierzu wird eine Überlappung von 20cm benötigt. Die Balkenlage sollte einen Mitte-Mitte-Abstand von 70cm haben und die darauf laufende Lattung 30cm. Die engen Abstände desshalb, weil es in unseren Gefilden schon einmal 50-80cm Schnee haben kann.

Der Abstellplatz verjüngt sich nach hinten hin. daher mussten die vorderen Balken länger sein als die, die hinten Richtung Hang angebracht werden.
Generell wollte ich einen Überhang von 10-15cm am unteren Ende und 20cm am oberen ende der Sparren erreichen.
Der geringe Überstand am unteren Ende ergibt sich daraus, dass direkt nebenan mit dem Traktor hoch und runter gefahren werden muss. So bleibt etwas mehr Spielraum.

Nach hinten, zum Hang hin, ist die Betonmauer höher als das eigentliche dach, daher ist dort ein etwas verzogener Bereich im 90° Versatz zum restlichen Dach.
Das Carport sollte beleuchtet sein und in die bestehende Beleuchtung mit Bewegungsmelder integriert werden.

Aufbau

Zuallererst musste der Abstellplatz vorbereitet werden. Dazu organisierte ich mir eine Hochdruckreiniger, entsprechendes Reinigungmittel und Steinsiegel für die Betonwand. Anschließend habe ich die Wand der Garage wieder gestrichen und somit war der Platz vorbereitet.

Vor dem Aufbau mussten zuerst die Materialien beschafft werden. Das Konstruktionsholz stammt wie erwähnt aus dem eigenen Wald. Schlüsselschrauben für die Konstruktion habe ich aus dem eigenen Fundus,
alle weiteren Schrauben, wie etwa 70x5er Spax für die seitliche Lattung, die 100x6er Spax für die Lattung und die selbstschneidenden Trapezblech-Schrauben mussten gekauft werden.

Hier eine Liste der verbauten Materialien:

Die Douglasienbretter für die seitliche Verkleidung hatte ich schon da. Diese sollten auf jeden fall an der unteren Kante im 30°-Winkel angefast werden, um eine saubere Tropfkante zu haben.

Die Douglasienbretter habe ich aus dem Baumarkt geholt. Genauso kann man es mit den impregnierten Latten oder dem Trapezblech machen.

Auf weitere Bemaßung und Aufbau werde ich an dieser Stelle nicht eingehen, da jedes Dach verschieden ist.


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